Städtepartnerschaft

... Angarsk - Mönchengladbach

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Pressemitteilung vom 16. April 2011

Mönchengladbacher Friedensforum enttäuscht über Ablehnung einer Städtepartnerschaft mit der russischen Stadt Angarsk durch den Rat der Stadt Mönchengladbach

„Wir sind enttäuscht von der Entscheidung der Mehrheit des Rates der Stadt Mönchengladbach vom 13. April, eine Städtepartnerschaft Mönchengladbachs mit der russischen Stadt Angarsk abzulehnen“ war die erste Reaktion von Edmund Erlemann, Sprecher des Mönchengladbacher Friedensforums auf die Ratsentscheidung. Lange vor der entscheidenden Ratssitzung hatte das Friedensforum alle im Rat der Stadt vertretenen Fraktionen gleichzeitig gebeten, die Idee einer Städtepartnerschaft im Rahmen der Gedenktage von 25 Jahren Tschernobyl zu unterstützen. Angarsk war mehrere Jahre Bestimmungsort von mehreren Tausend Tonnen abgereicherten Atommülls aus der nordrhein-westfälischen Stadt Gronau. Die dort ansässige Firma URENCO, die u.a. auch RWE gehört, hatte mehrere Jahre Russland mit Atommüll beliefert und beliefert das in ihrer Wiederaufbereitungsanlage in Gronau gewonnene Uran weltweit an Atomkraftwerke. Auch die japanische Atomfirma TEPCO, verantwortlich für den Super-GAU in Fukushima, ist einer der Abnehmer des Gronauer Urans.

„Wir brauchen keinen Ratsbeschluss, um mit den Menschen in Angarsk, die mit nordrhein-westfälischem Atommüll beglückt werden, Freundschaften zu schließen“ fügte Erlemann hinzu. Deswegen habe sich das Friedensforum spontan nach der Ratssitzung entschlossen, die Angarsker Journalistin Swetlana Slobina nach Mönchengladbach einzuladen.
Gemeinsam mit dieser wollen Mitglieder des Mönchengladbacher Friedensforums die Urananreicherungsanlage in Gronau besuchen, wo die Journalistin sich für den deutschen Atommüll „bedanken“ möchte, der in ihrer Heimatstadt die Gesundheit der Bevölkerung, vor allem der Kinder, bedroht.