Städtepartnerschaft

... Angarsk - Mönchengladbach

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Vertreter des Mönchengladbacher Friedensforums in Angarsk

Bernhard Clasen spricht mit „Hospiz“-Vertreterin, dem Bürgermeister und Umweltaktivisten

(PM Friedensforum) Doppelt so viele Menschen sind prozentual gesehen in der sibirischen Stadt Angarsk an Krebs erkrankt wie in der 50 km entfernten Großstadt Irkutsk am Baikalsee. Diese schockierende Information übermittelte die katholische Ordensfrau und Ärztin Schwester Margarita Wladimirowna dem Vertreter des Mönchengladbacher Friedensforums, Bernhard Clasen, bei dessen Besuch im „Hospiz“ der Stadt Angarsk am Montag.

Von 1996 bis 2009 hatte die im nordrheinwestfälischen Gronau beheimatete Firma Urenco über 20 Tausend Tonnen abgereichertes Uran in vier russische Städte, darunter auch Angarsk, geliefert. Dort lagert der Atommüll unter freiem Himmel und bedroht die Gesundheit der Bevölkerung.

Bei einem Besuch des Hospizes von Angarsk, in dem zehn Sterbenskranke unter der medizinischen Leitung der katholischen Ordensfrau und Ärztin Schwester Margarita Wladimirowna betreut werden, berichtete die Ärztin, die gleichzeitig auch Doktor der Psychologie ist, dem Besucher aus Mönchengladbach über die Situation der Sterbenskranken in der Stadt unweit des Baikalsees. "In Irkutsk, das über 600 000 Einwohner zählt, haben wir 1500 Krebskranke im Endstadium, in Angarsk, das 200 000 Einwohner hat, sind es 1000. D.h. die Krebserkrankungen sind in Angarsk sind doppelt so hoch wie in der Nachbarstadt." so Schwester Margarita zu Bernhard Clasen. Zwar werde die Einrichtung von der Stadt finanziert. Das geringe Budget erlaube jedoch nur eine Hospiz-Station mit 10 Betten.

Natalia Titowa, Bernhard Clasen und Schwester Margarita

Bei einer Zusammenkunft mit Angarsker Umweltschützern berichteten diese von mehreren Aktionen gegen die Atomenergie und den in der Stadt lagernden Atommüll aus Deutschland. Man habe vor kurzem einen von über tausend Bürgern unterzeichneten Protestbrief an Bundesumweltminister Röttgen geschrieben, wolle von ihm wissen, ob sich Deutschland verantwortlich fühle für die Gefahren, die von dem Atommüll aus Gronau ausgingen.

In einem Gespräch mit dem Oberbürgermeister von Angarsk und Umgebung, Wladimir Schukow, übermittelte Bernhard Clasen diesem die Grüße von Mönchengladbachs Oberbürgermeister Norbert Bude. Der Oberbürgermeister der Stadt, die von der Schwerindustrie lebt, betonte, dass Angarsk sehr an einer Zusammenarbeit mit deutschen Firmen im Bereich von erneuerbaren Energien interessiert sei. Die Stadtverwaltung fördere den Aufbau von umweltfreundlichen Energien, gerne würde man, so Schukow, mit deutschen Partnern eine gemeinsame Produktion von Solarzellen und Windrädern aufbauen. In Russland sei dies ein zukunftsträchtiger Markt. Nur 30 km von Angarsk werde polykristallines Silicium produziert, der Stoff, aus dem die Solarzellen sind. Da man die Stromversorgung mit Wasserenergie fahre, seien die Energiepreise sehr niedrig.

Clasen und Schukow im Gespräch

Auf Initiative von Oberbürgermeister Schukow traf sich Bernhard Clasen mit Managern der Konstruktionsfirma Okba.ru, die Ausrüstung für die Gas-, Petro- und Elektrizitätsindustrie entwirft und produziert. Der Direktor des Werkes, Alexander Gaba, berichtete Bernhard Clasen ebenfalls, dass man sehr am Aufbau einer gemeinsamen Produktion umweltfreundlicher Energieträger interessiert sei.